4.5 Kapitalmarkt und berechtigte Organisationen

Der Staat beteiligt sich mit 40 % auf Gedeih und Verderb an allen Investitionen seiner Staatsbürger. Dies ist ein Vertrauensbeweis des Staates in die Handlungen und den Erfolg seiner Bürger. Dass der Staat als Gegenleistung nicht nur 40 % der Erträge seiner Einlage haben will, sondern auch über Gedeih oder Verderb seiner stillen 40 % Einlage informiert bleiben will, ist ein Gebot der Fairness, die zwischen Bürger und Staat selbstverständlich sein sollte. Vertrauen erzeugt Vertrauen. Aber nicht sofort. Dazu muss noch die Verlässlichkeit kommen, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Dass man sich auf den Staat und seine Fiskalpolitik verlassen kann, ist erst noch zu beweisen. Erst dann ist zu erwarten, dass auch der Bürger dem Staat und der Politik mehr Vertrauen schenkt als heute. Vertrauen basiert auf Fairness und Verlässlichkeit.
  1. Eigenkapital

  2. Kapitalkosten

  3. Kreditfinanzierung

  4. Markt A und Markt B

  5. Anforderungen an berechtigte Organisationen (BO)

  6. Vertrauenskrisen

  7. Zusammenfassung

nach oben Eigenkapital

Heute werden Eigenkapital-Beteiligungen, z.B. Aktien oder GmbH-Anteile, mit versteuertem Einkommen erworben und deren Erträge mit 15 % Körperschaftssteuer besteuert. Für einbehaltene Gewinne ist dies eine Definitivsteuer. Ausschüttungen werden zusätzlich mit 25 % Abgeltungssteuer besteuert, so dass Ausschüttungen mit 40% des Gewinns besteuert werden. Dieser Steuersatz entspricht dem Marginalsteuersatz der Staatsbürgersteuer. Auch Veräußerungsgewinne von Teilhaberrechten sowie Rückzahlungen und ähnliche Vorgänge werden in der Regel mit der Abgeltungssteuer von 25% besteuert. Der Proportionaltarif der Kapitalertragssteuer widerspricht der vertikalen Gerechtigkeit. Die Bemessungsmethode hängt vom Maßstab ab. Damit wird auch die Substanz in Höhe der Inflationsrate besteuert. Zusätzlich wird Kapitalvermögen bei Schenkung oder Erbschaft besteuert. Einige Parteien fordern, die Vermögenssteuer wieder zu reaktivieren.

In der Staatsbürgersteuer ist der Erwerb von privilegierten Teilhaberrechten beim Staatsbürger steuerfreie Ersparnis. Dafür werden Ausschüttungen bzw. Gewinne, Verkauf, Verschenken, Vererben der Teilhaberrechte oder der Liquidationserlös mit 40 % versteuert. Dies ist der Nachholeffekt der bei Erwerb gesparten Steuer. Für ehrliche Steuerzahler ergibt sich im Vergleich zu heute keine Verschlechterung. Die Besteuerung des Veräußerungserlöses mit 40 % ist nicht nur ein Gebot der Steuergerechtigkeit, sondern beseitigt auch die Mehrfachbesteuerung von Vermögen des Eigentümers durch Körperschafts-, Abgeltungs- und Erbschaftssteuer. Für bestimmte Sonderfälle gibt es neben diesen auch noch die Kapitalertragssteuer. In der Staatsbürgersteuer wird jedes Vermögen beim Eigentümer nur einmal besteuert - mit 40%. Dagegen wird dieselbe Vermögensmasse mehrfach versteuert - bei jedem Erbgang. Der Staatsbürger darf die vom Unternehmen bezahlte Teilhabersteuer bei seiner eigenen Staatsbürgersteuer anrechnen. Er hat dann die Wahl, ob er sie - und die Dividende bzw. Entnahme - wieder anlegen, ob er beides konsumieren oder einen Zwischenweg gehen möchte. Diese Möglichkeiten stehen ihm bei jeder Eigenkapitalanlage offen.

Insgesamt ist der Erwerb von privilegierten Teilhaberrechten in der Staatsbürgersteuer attraktiver. Alle (privilegierten) Beteiligungsformen werden steuerlich gleich behandelt. Nicht-Veranlagungsbescheinigungen und ähnliche bürokratische Sonderformen der Berücksichtigung der sonstigen Einkommen entfallen und werden durch das Anrechnungsverfahren der Teilhabersteuer wirksam ersetzt. Steuerflucht und ähnliche legalere Tricks, Steuern zu sparen, sind in der Staatsbürgersteuer nicht nur unrentabel, sondern zusätzlich riskant. Vermögenshaltung in Form von Eigentum an Produktivvermögen wird aus der Schmuddelecke des bösen oder ganz bösen Vermögens befreit.

Der Möglichkeiten der Steuerersparnis durch spezielle Rechtskonstruktionen entfallen.
Die Staatsbürgersteuer behandelt Eigenkapital für alle Rechtsformen gleich.

nach oben Kapitalkosten

Risikoscheue Anleger stellen dem Kapitalmarkt Kapital in Form von Fremdkapital zur Verfügung, da sie glauben, so eine sichere Rendite zu erhalten. In der Regel stimmt das auch, wenn der Kreditnehmer nicht zahlungsunfähig wird. Dieser muss Kredite bedienen, solange er zahlungsfähig ist. Auch im Konkursfall sind Gläubiger bevorzugt zu bedienen (Konkursordnung). Aus diesen Gründen ist (theoretisch) Fremdkapital weniger riskant als Eigenkapital.

In der Staatsbürgersteuer werden Eigen- und Fremdkapital gleich besteuert, so dass es dem Fiskus egal sein kann, wie ein Investor seine Investition finanziert. In beiden Fällen wird die Steuer erst fällig, wenn der Kapitalgeber Geld z.B. in Form von Dividenden oder Zinsen zurück bekommt und diese konsumiert oder stirbt.

In der Staatsbürgersteuer muss eine Aktiengesellschaft, die einem Kapitalgeber 3% bieten will, unabhängig von der Finanzierungsform 2% auf die Dividende oder den Zins als Vorabsteuer bezahlen, muss also vorab 5% erwirtschaften. Diese Vorabsteuer wird der Kapitalgeber, wenn er Staatsbürger oder Teilhabersteuerpflichtig ist, auf seine eigene Steuerschuld anrechnen, so dass er als Staatsbürger oder teilhabersteuerpflichtiges Unternehmen per Saldo volle 5% erhält. In der Einkommensteuer muss der Kapitalgeber zudem sein Kapital aus versteuertem Einkommen aufbringen, während er in der Staatsbürgersteuer dies als Ersparnis unversteuert investiert.

Die Staatsbürgersteuer behandelt alle Finanzierungsformen gleich.

nach oben Kreditfinanzierung

Als Beispiel zur Kreditfinanzierung unter den heutigen Bedingungen der Einkommensteuer wurde die Finanzierung eines Miethauses durch alternative Hypotheken analysiert. Wie gestaltet sich das in der Staatsbürgersteuer? Vermutlich werden wohl nur berechtigte Organisationen dem Investor Hypotheken zu einem Zinssatz von 4,2% anbieten, da nicht berechtigte Organisationen Schwierigkeiten beim Eintreiben der Raten haben könnten. Ein Kredit gilt als Konsum, der versteuert werden müsste, wenn ihm nicht eine Ersparnis in gleicher Höhe gegenüber steht. Dies ist aber bei der Hypothek der Fall, egal ob mit ihr das Miethaus zu 100% oder zu 80% finanziert wird. Dafür ist beim Investor die Miete Einkommen und die Rate Ersparnis.

Genau diese Differenz zwischen Miete und Rate investiert er jetzt wieder in sein Wertpapiervermögen, da er beim Vergleich der Hypotheken untereinander und mit der Nullvariante, das Miethaus nicht zu erwerben, immer unterstellt, dass wie bei der korrekten Berechnung nichts konsumiert oder vom Konsum abgezweigt wird. Auch sein Wertpapiervermögen entwickelt sich mit einer Rate von 4%, da er die Zinsen aus dem Wertpapieren reinvestiert. Da also weder durch das Miethaus noch durch die Wertpapierentwicklung unter diesen Bedingungen Staatsbürgersteuerzahlungen entstehen, entwickelt sich das Vermögen so, wie in der naiven Rechnung. Die Ergebnisse sind in der linken Hälfte der Tabelle noch einmal dargestellt - ohne die Steuerspalten, da ja keine Steuern anfallen.

VarianteMiethauskauf mit Hypothek Nullvariante End-Gewinn nach StBSt
in T.€Belei-
hung
Rate K50V50, End-
vermögen
W50, End-
vermögen
BankInvestorFiskus alle
Miet-
hauskauf
naive
Rechnung
100% 5%500- 57214 210 14 7822 662- 343-2292 090
6%6003214 813 2 00019132 032
80%5%4002 01616 798 2 1291 2108064 145
6%4802 49917 281 1 6001 4991 0004 099
In der rechten Hälfte zeigen die Differenzen zur Nullvariante, was passiert, wenn das Wertpapiervermögen nach 50 Jahren verschenkt, vererbt, exportiert oder für Gebrauchsvermögen ausgegeben wird, weil dann die Abschlusssteuer in Höhe von 40% des Endvermögens bezahlt werden muss. Diese (Abschluss-) Steuer ist unter Fiskus ausgewiesen. In der 100% Beleihung, 5%-Hypothek bei Investor und Fiskus sind die Werte negativ, diese Variante schneidet schlechter ab als die Nullvariante, kommt also überhaupt nicht in Frage. Die Bankgewinne sind dieselben wie im Einkommersteuersystem.

Im System der Staatsbürgersteuer wählt der Investor also die 6% -Hypothek bei 80% Fremd- und 20% Eigenfinanzierung. Dies ist nicht nur für ihn, sondern auch für den Fiskus optimal. Nur die Bank macht dann am wenigsten Gewinn.

Beim Fiskus wird der Endgewinn etwas geringer ausfallen, weil bei geringerem Bankgewinn von dieser auch weniger Steuern bekommt..Bankgewinne werden mit der Teilhabersteuer als Vorabsteuer quellenbesteuert und werden dann als Steuergutschrift an die Eigentümer der Bank weitergereicht. Falls diese Staatsbürger sind, werden diese dann irgendwann einmal ebenfalls mit der Staatsbürgersteuer besteuert. Dadurch ergeben sich Transfers von maximal 40% von (2129 - 1600) = 211,6 T.€, die bei der 5%-Hypothek im Vergleich zur 6%-Hypothek bei der Bank - bzw. deren Eigentümern weniger, beim Fiskus mehr - anfallen. Wenn Ausländer die Eigentümer der Bank sind, wird dieser Steuerertrag je nach gewählter Gewinnausschüttung und gewählter Variante der Teilhabersteuer geringer ausfallen.

Steuer-
System
Wahl Endvermögen in T.€
Belei-
hung
Hyp.
Rate
BankInvestor Fiskusalle
StBSt80% 6%1 600 10 3686 91218 881
EST 5%2 1299 955 7 11619 201
Differenz- 529 413- 202- 320

Systemvergleich: In jedem System wird die Nullvariante von allen Vermögensendergebnissen der anderen Varianten abgezogen, um deren Vorteilhaftigkeit zu ermitteln. Diese ist zunächst wieder zu addieren. Das Ergebnis zeigt die Tabelle rechts:

Der Investor gewinnt durch die Einführung der Staatsbürgersteuer, da seine Entscheidung nicht mehr (negativ) von der Steuer beeinflusst wird. Dass die Bank weniger Zinsen bekommt hängt nur von Entscheidung des Investors ab und ist ansonsten unabhängig vom System. Dass hier der Fiskus etwas schlechter abschneidet, hängt von den Steuererträgen aus dem Bankgewinn ab. Dieser Versuch eines Systemvergleichs ist für den Fiskus nur eine erste Annäherung, unter anderem, weil die hier angenommenen Steuererträge aus den Bankgewinnen in der Einkommensteuer nur grobe Schätzungen sind.

Im Beispiel hat der Investor in beiden Systemen das gleiche Startkapital. Auch in der Staatsbürgersteuer hat der Investor 2 Mio.€ Startkapital. Dies ist z.B. der Fall, wenn er dieses gerade geerbt hat und jetzt anlegen will, um die Konsumsteuer zu sparen. Dann wäre zuvor die Abschlusssteuer für diese Erbschaft fällig gewesen, die höher als die Erbschaftssteuer im Einkommensteuersystem ist. Im Systemvergleich müsste man das durch Verzinsung der Erbschaftssteuer bzw. Abschlusssteuer entstehende Vermögen beim Fiskus berücksichtigen.

Im System der Staatsbürgersteuer hätte er sein Startkapital steuerfrei angespart und privilegiertes Vermögen gebildet. In der Einkommensteuer muss er Ansparbeträge zuvor versteuern und kann daher weniger ansparen. Wenn er z.B. vom Einkommen vor Steuern 100 T.€ abzweigen will, kann er bei einem Steuersatz von 42% nur 58 T.€ ansparen. Zweigt er vom Einkommen aus Kapitalvermögen 100 T.€ ab, kann er nach Abgeltungssteuer 75 T.€ wieder anlegen. Um ein Vermögen von 2 000 T.€ zu erreichen, müsste er zuvor vom Einkommen vor Steuern je nach Einkommensquelle zwischen 2 667 T.€ und 3 448 T.€ abgezweigt haben. Da Ansparen in der StBSt steuerfrei bleibt, wäre dies der Betrag, der in der Staatsbürgersteuer als Startkapital zur Verfügung stünde.

Durch einen Mix der Vorgeschichte der 2 Mio.€ aus Erbschaft und Ansparen aus Einkommensquellen, lässt sich ein Fall konstruieren, in dem das Äquivalent zum Startvermögen des Investors statt 2 Mio.€ in der ESt in der StBSt 3 Mio.€ sind. Mit diesem Startvermögen kann er eine Eigenfinanzierung von 30% erreichen.

Steuer-
System
Start-
Kapital
WahlEndvermögen in T.€
Häu
-ser
Belei-
hung
Hyp.
Rate
BankInvestorFiskusalle
StBSt3 000170% 6% 1 40015 54310 36227 305
285% 6% 3 40015 56210 37529 338
390% 6% 5 40115 58110 38731 370
EST2 000290% 5% 4 79110 764 5 68121 235

Der Investor wird die zusätzliche 1 Mio.€ in das Miethaus investieren und damit die Beleihung auf 70 % absenken. Dadurch steigert er sein Endvermögen (vor StBSt) auf 25,905 Mio.€, von dem er nach StBSt 15,543 konsumieren, weitervererben, verschenken ... kann. Beim Fiskus verbleiben 10,362 Mio.€ - deutlich mehr als oben errechnet. Natürlich könnte der Investor auch, wenn er die Möglichkeit dazu hat, den Leverage-Effekt nutzen und 2 oder 3 Miethäuser bauen, die er mit den 3 Mio.€ zu je 15% bzw. 10% eigenfinanziert. Diese Möglichkeit hat er natürlich auch im System der Einkommensteuer, hier gezeigt für 2 Häuser zu je 90% eigenfinanziert. Die Ergebnisse sprechen für sich. Sogar die Bank profitiert dann.

In der Staatsbürgersteuer wählen Investoren die Finanzierung, die auch für den Fiskus optimal ist
Von diesem gesamtwirtschaftlichen Optimum profitiert alle, auch der Fiskus.

nach oben Markt A und Markt B

Durch die Staatsbürgersteuer wird der Kapitalmarkt in zwei Märkte aufgespalten, in den der berechtigten Organisationen (BO), die privilegiertes Vermögen der Staatsbürger verwalten dürfen, und in den der anderen Organisationen (AO). Da viele AO bestrebt sein werden, den Gütestempel BO zu erreichen, um das Privatkundengeschäft betreiben zu dürfen, spaltet sich der Kapitalmarkt - ganz ohne sonstige gesetzliche Zwänge - auf. Ob BO neben privilegiertem auch nichtprivilegiertes Vermögen verwalten dürfen, ist noch zu entscheiden. Viel spricht dafür, hier eine Trennung einzuführen, also zu verlangen, dass BO keine nichtprivilegierten Vermögen verwalten dürfen. Dann bedeutet die organisatorische Trennung auch eine finanzielle Trennung dieser Organisationen. Ob unter diesen Bedingungen übergeordnete "Holdings" als gemeinsames Dach von AO und BO sinnvoll sind, ist noch zu diskutieren. Dies erinnert an die Trennung von Saving- und Investment-Banken. Mit der Trennung hatten die USA vor den Bankenkrisen eigentlich gute Erfahrungen gemacht.

Universalbanken, die ihren Kunden maximalen Service - und daher die volle Produktpalette des Investmentgeschäfts - bieten wollen, also auch die Verwaltung riskanten, nichtprivilegierten Vermögens, können dies dann nur am Markt A. Da Universalbankkunden überzeugt sein müssen, dass es für sie besser ist, die Staatsbürgersteuer gleich (bei Erwerb der Vermögensgegenstände) zu zahlen, müssen sie dazu in der Lage sein und die Risiken der Nutzung des vollen Spektrums der Finanzdienstleistungen einschätzen können. Der Rest der Bankkunden wird ihr Vermögen wahrscheinlich lieber berechtigten Organisationen (BO) anvertrauen.

Die Staatsbürgersteuer spaltet den Kapitalmarkt in die Märkte A und B.
Staatsbürger dürfen privilegiertes Vermögen nur auf Markt B anlegen, verkaufen und verwalten.
Verlässt das Vermögen diesen Markt, wird die Abschlusssteuer fällig.
Da Markt B aus dem Markt A hervorgehen wird, der dem heutige Kapitalmarkt entspricht, ist zu prüfen, welche weiteren Regelungen der Fiskus den BO auferlegen soll, um Risiken im heutigem Kapitalmarkt zu reduzieren. Schließlich ist er stiller Teilhaber an allen privilegierten Vermögen und kann daher entsprechende Absicherungen verlangen.

nach oben Anforderungen an berechtigte Organisationen (BO)

nach oben Informationsrechte des Fiskus
Nur berechtigte Organisationen (BO) dürfen privilegiertes Vermögen von Staatsbürgern verwalten. Sie sind ein Instrument zur Vereinfachung und zeitgerechten Abrechnung der Staatsbürgersteuer. Sie dürfen dazu persönliche Steuerkonten = PS-Konten führen und auf denen entsprechende Verrechnungen vornehmen. Die Berechtigung dazu gewährt der Fiskus allerdings nur solchen Organisationen, denen er zutraut, bestimmte Regeln einzuhalten. Zu diesen Regeln gehört:

Der Fiskus hat das Recht, jederzeit verlässliche Informationen über die von einer BO verwalteten privilegierten Gegenstände zu erhalten, insbesondere über:

  1. Eigentumsverhältnisse aller verwalteten privilegierten Vermögensgegenstände auf Nachfrage,
  2. Zu- und Abgänge privilegierter Vermögensgegenstände,
  3. die aktuellen Marktpreise dieser Vermögensgegenstände zum Zeitpunkt des Zu-/Abgangs,
  4. Einkommen aus diesen Vermögensgegenständen z.B. Zinsen oder Dividenden,
  5. sonstige steuerrelevanten Nutzungen dieser Gegenstände,
  6. Bewertung des verschenkten oder vererbten Vermögens zu Marktpreisen.
Diese Informationsrechte des Fiskus ergeben sich aus der stillen Teilhaberschaft des Fiskus an allem privilegierten Vermögen.

Nicht alle BO verwalten Vermögen. Grundbuchämter etwa verwalten keine Grundstücke oder müssen deren aktuelle Marktpreise kennen; sie weisen lediglich das Eigentum und andere Recht an ihnen nach. Dazu berechtigte Arbeitgeber verwalten lediglich die Staatsbürgersteuer auf die Arbeitsentgelte ihrer Arbeitnehmer. Für diese berechtigten Organisationen können die Regeln angepasst werden.

Der Fiskus erhält volle Transparenz über das Eigentum an privilegiertem Vermögen.
Für ehrliche Staatsbürger ist dies kein Problem. Eher das Gegenteil: eine Chance!.
nach oben Werterhalt privilegierten Vermögens
Die verwalteten Vermögensgegenstände müssen den Kriterien für privilegiertes Vermögen genügen. Durch die Informationsrechte des Fiskus abgedeckt sind 1. Eigentums- und 5. Existenznachweis sowie 2. Marktwertermittlung. Nicht dadurch garantiert werden: Das sind weitere Anforderungen des Fiskus an privilegiertes Vermögen, die durch die berechtigte Organisation nachgewiesen werden müssen. Hierdurch ergeben sich weitere Anforderungen an die Organisationen, die das Vermögen von Staatsbürgern verwalten.

Ein Staatsbürger hat normalerweise sowohl privilegiertes als auch Gebrauchsvermögen (=nicht privilegiertes Vermögen), das diesen Kriterien nicht genügt. Organisationen, die Vermögen verwalten, sollen nur in Ausnahmefällen z.B. bei treuhänderischer Verwaltung beide Vermögensarten verwalten dürfen. Damit sollen Manipulationen vermieden werden, z.B. ein behaupteter Wertverlust, der in Wirklichkeit ein heimlichen Wertverzehr des betreffenden Vermögens darstellt und somit zu versteuern wäre. Um derartige Manipulationen auszuschließen sollen auch Privatpersonen privilegiertes Vermögen nur von berechtigten Organisationen verwalten lassen.

Es gibt Staatsbürger, die auch nicht privilegiertes Vermögen, z.B. Auslandsvermögen oder Wertpapiere, die den Anforderungen an privilegiertes Vermögen nicht genügen, von AO verwalten lassen wollen und es nicht nicht - wie anderes nicht privilegiertes Vermögen, z.B. Autos, Bilder oder Yachten - selbst verwalten. Vermutlich sind dies Personen, die genügend Wissen und Erfahrung mit Bankgeschäften haben, so dass für sie der Vorteil, alles von einer (Universal-) Bank verwaltet zu wissen, kaum ins Gewicht fällt. Vielleicht ist es ihnen sogar lieber, Konten bei mehreren Banken zu haben und so mehrere Berater als Ansprechpartner nutzen zu können - sie sind dann weniger ausgeliefert und können Vor- und Nachteile sicherer abwägen.

Die Beratung für Vermögensanlagen wird für die meisten Kunden besser.
Der Gütestempel: Privilegiertes Vermögen garantiert geringere Risiken!.
nach oben BO des Kapitalmarkts
Gebrauchsvermögen ist vom privilegierten Vermögen eindeutig zu trennen. Keinesfalls dürfen heimliche Transfers zwischen diesen beiden Vermögensarten vorgenommen werden, da es sich dabei um steuerpflichtige Transaktionen handelt. Um derartige Manipulationen leichter zu erkennen, soll vorgesehen werden, die Institutionen des Kapitalmarktes organisatorisch zu trennen:
Vermögensverwaltung von privilegiertem Vermögen nur durch berechtigte Organisationen!
Dieser Vorschlag trennt den Kapitalmarkt in die Kapitalmärkte A und B.
nach oben Risikomanagement
Das Risikomanagement im Markt B der berechtigten Organisationen muss sich deutlich von dem heutigen Risikomanagement unterscheiden. Da der Fiskus mit 40 % an allen Einlagen der BO beteiligt ist, gibt er diesen Regeln zur Begrenzung der Risiken vor. Der Fiskus kann z.B. vorgeben und/oder verlangen:

Zwischen den Märkten A und B entsteht dadurch ein Qualitätsunterschied.

Der heutige Kapitalmarkt entspricht dem Markt A. Da Markt B aus ihm hervorgehen wird, können die Risiken im heutigen Kapitalmarkt untersucht werden, um zu prüfen, welche weiteren Regelungen und Strategien der Fiskus den BO auferlegen muss. Verstößt die BO gegen diese Regeln, verliert sie den Gütestempel BO und muss ggf. 40% aller Einlagen der Staatsbürger an den Fiskus abführen, weil diese Einlagen dann nicht mehr privilegiert sind. Durch die Vorgaben des Fiskus wird der Kapitalmarkt in zwei Märkte unterschiedlicher Güteklasse aufgespalten.

Weil auch ausländische Vermögensverwalter den Gütestempel BO erhalten können, wenn sie sich den Regeln des inländischen Fiskus unterwerfen, bedarf es keiner internationalen gesetzlichen Regelung oder Normierung, um diese Aufteilung des Kapitalmarktes auch international durchzusetzen. Zu beachten ist auch, dass eine BO auch dann ihren Gütestempel verlieren kann, wenn sie nicht kooperiert. Selbstverständlich können Steuerfluchtorte oder rechtliche Konstruktionen wie Stiftungen, Trusts oder andere Konstruktionen zur Steuerumgehung nicht den Status BO erhalten.

Auch der Handel von (privilegierten) Vermögensgegenständen wird sich aufspalten. Da BO untereinander ohne besondere Vorkehrungen privilegierte Vermögensgegenstände handeln dürfen, löst jeder Handel einer BO mit einer AO eine 40 % Steuer aus, je nach Richtung des Transfers eine Kapitalfestlegung oder eine Gutschrift auf dem PS-Konto der BO.

Bürger, die sparen, um selbst für Alter, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder andere Notlagen vorzusorgen, wollen im Bedarfsfall ihr Vermögen verkaufen, um davon die lebensnotwendigen Konsumgüter zu kaufen. Der Kapitalmarkt sorgt dafür, dass sie dies rasch und mit geringem Wertverlust können. Werden diese Transaktionen besteuert, z.B. mit einer Transaktionssteuer, erleiden sie nicht nur den Wertverlust durch diese Steuer, sondern werden auch durch einen schlecht funktionierenden Markt zusätzlich darin behindert, einen Käufer für ihr Vermögen zu finden. Ein Beispiel dafür ist der Immobilienmarkt in Deutschland mit Grundsteuer und Grunderwerbssteuer. Immobilien sind wenig fungibel und neben der Grunderwerbssteuer müssen in der Regel noch Maklercourtage und sonstige Nebenkosten bezahlt werden. Immobilien eignen sich daher relativ schlecht als Notgroschen, zumal, wenn das Geld schnell gebraucht wird.

Grundstücksspekulationen zeigen, dass Transaktionssteuern Spekulationen nicht verhindern - sie sind nur nicht so sichtbar, weil dieser Markt so wenig transparent ist. Der Effekt einer Transaktionssteuer ist lediglich, dass ein Spekulant länger warten muss, bis seine Spekulation Gewinn abwirft. Es ist z.B. zu erwarten, dass eine Absenkung der Grunderwerbssteuer zu einer Belebung der Immobilienmärkte führen würde, so dass sich Käufer und Verkäufer schneller und möglicherweise ohne Makler zusammenfinden. Der Schaden, der durch die steuerliche Behinderung der Marktmechanismen im Immobilienmarkt entsteht, ist vermutlich erheblich höher als das Steueraufkommen der Grunderwerbssteuer.

Nicht privilegierte Vermögensgegenstände etwa eine Geldanlage bei einer AO des Marktes A gelten nicht als Ersparnis, können also nicht von der Staatsbürger-Steuerlast. abgezogen werden. Entsprechend weniger Kapital kann angelegt werden. Gleichwohl unterliegen Erträge und Erlöse aus dieser Anlage grundsätzlich in vollem Umfang der Staatsbürgersteuer. Auch, wenn es dem Staatsbürger gelingt, diese Erträge und Erlöse dem Fiskus zu verschweigen - er stellt sich dadurch nicht besser, als wenn er seine Geldanlage bei einer BO als privilegiertes Vermögen gebildet hätte. Zusätzlich besteht in diesem Fall das Risiko, dass das verschwiegene Vermögen entdeckt wird, so dass neben der Steuernachzahlung weitere Bestrafungen drohen.

Wenn man dafür sorgen will, dass Markt A ausgetrocknet wird, kann man eine Kapitaltransfersteuer für alle Transaktionen, an denen AO beteiligt sind, einführen. Dies würde deren Bestreben, denn Gütestempel BO zu erhalten, verstärken. Man sollte allerdings nicht erwarten, dass das Aufkommen einer so gestalteten Transfersteuer erheblich sein wird, weil betroffene AO nach Möglichkeit ihren Sitz in Länder verlegen, in denen keine oder geringere Transfersteuern verlangt werden.

Die Staatsbürgersteuer bedeutet de facto das Ende der heutigen Universalbanken.
Staatsbürger bevorzugen als Anleger Markt B mit dem höheren Gütestempel
der berechtigten Organisationen für privilegierte Vermögensgegenstände.
nach oben Geschäftsmodell der BO - Banken
Bei BO-Banken des Marktes B ist der Fiskus als stiller Teilhaber sowohl bei Eigenkapital als auch beim Fremdkapital (Termingeld, Spareinlagen ...) beteiligt. Also ist der Fiskus zu 40 % an der BO-Bank beteiligt. Dies bedeutet, dass er auch Einfluss auf die Aktivseite der Geschäftstätigkeit erlangen muss. Zu den Regeln, die eine BO-Bank befolgen muss, um den Gütestempel zu behalten, gehören auch die Regeln, die Risiken der Aktivseite in Grenzen halten, z.B. dass bestimmte Engagements nur eingegangen werden dürfen, wenn sie mit ausreichend Eigenkapital und Liquiditätsreserven (Mindestreserven) abgesichert sind. Das bedeutet auch, dass hochriskante (aber auch möglicherweise hochrentable) Kreditengagements nicht eingegangen werden dürfen und dass die Korrelationen der Produkte der Aktivseite unter Krisenszenarien zu untersuchen sind (s.o.). Hierzu wird noch einiges entwickeln und zu präzisieren sein.

Das Prinzip der Rating Agenturen, die Risikobewertung separat zu organisieren, so dass nicht jede Bank eine eigene Kreditwürdigkeitsprüfung vornehmen muss, die jedes mal die gleichen Fakten sammelt und bewertet, ist auf den ersten Blick ökonomisch und kann vom staatlichen Rückversicherer übernommen werden. Die Veröffentlichung dieser Bewertung (AAA bis D) könnte verhindern, dass diese Bewertungen manipuliert werden. Die bisherigen Erfahrungen, dass US-Rating-Agenturen Bewertungen manipuliert haben, spricht nicht dagegen: Nicht das Label, sondern die der Bewertung zugrunde liegenden Fakten sind zu veröffentlichen, so dass die Bewertung dieser Fakten bei den Banken bleibt. Damit würde ein Wettbewerbsvorteil der Banken nicht eliminiert, zumal das Risiko der Bank auch von den Korrelationen mit den anderen Produkten der Aktivseite abhängt. Wird nur die Bewertung veröffentlicht und orientiert sich die Bank nur an dieser Bewertung, könnte jeder Kapitalanleger ohne Umweg über die Banken sein Geld direkt an die Kreditnehmer ausleihen.

Vielleicht ist es ein Ansatz, zunächst eine sehr konservative Strategie für die Aktivseite der BO-Banken zu verfolgen, und aus bisherigen Erfahrungen und zukünftigen Fehlschlägen des A-Marktes zu lernen. Hier ist ein ähnlicher Verbesserungsprozess wie bei Flugzeugen denkbar. Die zivile Luftfahrt wird immer sicherer. Flugzeuge der zivilen Luftfahrt profitieren auch von den Erfahrungen mit Militär-Flugzeugen, indem alle Erfahrungen systematisch ausgewertet und zur Verbesserung der Sicherheit genutzt werden.

Noch gibt es kein Patentrezept für das Risikomanagement der BO-Banken.
Für alle berechtigten Organisationen ist das Geschäftsmodell erst noch zu entwickeln
nach oben Geschäftsmodell der BO - Versicherungen
In der Staatsbürgersteuer ist es grundsätzlich egal, ob bei Versicherungen Konkret wurde angeregt, Versicherungen, deren Leistungen ausschließlich an Dritte ausgezahlt werden, z.B. Kranken- oder Haftpflichtversicherungen nach Methode U und bei Versicherungen, bei denen die Leistungen direkt an den Versicherten ausgezahlt werden, nach Methode V vorzugehen. Dadurch wird Sparen in Form von Lebens- und Rentenversicherungen formal gleichgestellt mit anderen Sparformen zur Alters- und Risikovorsorge.

Wie im Aquivalenzbeweis der Methoden U und V gezeigt, besteht für den Versicherten der Unterschied darin, dass er bei Methode V zunächst einen höheren Beitrag bezahlt, diesen aber steuermindernd geltend macht, so dass der Beitrag nach Steuern genau so hoch ist, wie bei Methode U. Dasselbe gilt für die Versicherungsleistung: Bei Methode V sind 40% Versicherungsleistung als Vorabsteuer abzuführen, und nur der Rest, also 60%, zusammen mit der entsprechender Steuergutschrift an den Versicherten zu zahlen. Von der Versicherung wird dem Versicherten in beiden Methoden der gleiche Betrag ausgezahlt, den er für Konsumzwecke verwenden kann. Materiell gibt es für den Versicherten keinen Unterschied.

Der einzige Unterschied besteht damit in der Steuergutschrift, die der Versicherte bei Methode V erhält, die er beim Finanzamt einreicht und damit gleichzeitig das Einkommen aus Versicherung nachweist. Dieser Unterschied wird dann bedeutsam, wenn der Versicherte die Versicherungsleistung nicht konsumiert, sondern wieder anlegt. Wird das Einkommen aus der Versicherungsleistung für den Fiskus nicht sichtbar, wird dieser davon ausgehen, dass der Konsum entsprechend kleiner, evtl. sogar negativ wird. Dies wird Überprüfungen und damit Kontrollaufwand nach sich ziehen oder zu Schätzungen des Konsums nach dem Lebensstil des Versicherten führen.

Es stellt sich damit die Frage, ob man diese Information für den Fiskus nicht auch einfacher erhalten kann, indem die Versicherung verpflichtet wird, dem Fiskus Auszahlungen an den Versicherten oder an Dritte direkt mitzuteilen. Bevor diese Möglichkeit weiter untersucht und - letztendlich - vorgeschlagen wird, sollen die Konsequenzen der urspründlichen Anregung aufgezeigt werden.

Für den Fiskus bedeutet Methode V, dass er beim Versicherten zunächst auf Steuereinnahmen verzichtet, die er erst im Versicherungsfall (wenn die Versicherung rentabel arbeitet, mit Zinsen) einnehmen kann.

Für die Versicherung bedeutet Methode V, dass sie über höhere Vermögen verfügen kann, weil sie höhere Beiträge einnimmt. Gleichzeitig übernimmt sie eine größere Verantwortung nicht nur gegenüber dem Versicherten, sondern auch gegenüber dem Fiskus.

Der Grund für die Anregung, Kranken- und Haftpflichtversicherung nach Methode U zu besteuern, war deren Einfachheit. Würde man entgegen dieser Anregung Versicherungsleistungen wie bei Methode V zunächst beim Versicherten besteuern, und aus dem verbleibenden Rest dann die Leistungen an Dritte (Ärzte, Krankenhäuser, Unfallgegner etc.) begleichen, wäre das Vorabsteuerverfahren nicht nur unnötig umständlich und bürokratisch sondern auch - zunächst - ohne erkennbaren Vorteil. Bei Leistungen der Krankenversicherung könnte dieser umständliche Weg der Methode V trotzdem geboten sein, wenn man Aufwand zur Wiederherstellung der Gesundheit als Einkunftskosten geltend machen dürfte. Dies kann sicher nicht für den gesamten Leistungsumfang der Krankenversicherung gelten, weil z.B. Verpflegung und Bettenbenutzung im Krankenhaus eigenen Konsumaufwand ersetzen und daher nicht als Einkunftskosten abgezogen werden dürften. Es ist eine politische Entscheidung, wie dies letztlich zu regeln ist.

Versicherungen, die Leistungen nach Methode V anbieten, müssten sich den Regeln für berechtigte Organisationen unterwerfen, allein schon deshalb, weil der Fiskus - wie bei BO-Banken - stiller Teilhaber am Versicherungsvermögen ist. Dafür könnten sie zur Vereinfachung der Abwicklung Persönliche Steuer-Konten (PS-Konten) einrichten. Damit würden z.B. Leistungen an die Versicherten vorabbesteuert, der Versicherte bekäme gleichzeitig diese Vorabsteuer in der automatisierten vorläufigen Steuererklärung gutgeschrieben.

Versicherungen, die ausschließlich Leistungen anbieten, die nach Methode U besteuert werden, müssten dagegen nicht notwendig als Berechtigte Organisation geführt werden.

Allerdings wäre zu vermeiden, dass von einer Organisation sowohl Versicherungsleistungen nach Methode U als auch nach Methode V angeboten werden, weil sonst die Gefahr besteht, dass Beiträge, die beim Versicherten nach Methode V als Sonderausgabe oder Ersparnis nicht versteuert werden, verwendet werden, um steuerfreie Leistungen nach Methode U an Dritte auszuzahlen. Dies ist nach der bei Versicherungen heute üblichen Mischkalkulation durchaus möglich. Daher müssten BO-Versicherungen ihre Versicherungsleistungen alle nach Methode V anbieten.

Würde man also der ursprünglichen Anregung folgen, spaltet sich der Kapitalmarkt der Versicherungen auf in

BO-Versicherungen werden nach Methode V behandelt,
Nicht-BO-Versicherungen, sofern es sie dann noch gibt, nach Methode U.
BO-Versicherungen bieten einfachere Abwicklung und höhere Sicherheiten
nach oben Gleichbehandlungsmodell für alle Versicherungen
Es verbleibt die Frage, ob Nicht-BO-Versicherungen auch Lebens-, Renten- oder andere Versicherungsformen anbieten dürfen, die zu Auszahlungen an die Versicherten führen. Natürlich kann nicht verhindert werden, dass z.B. ausländische Versicherungen genau dies tun und Staatsbürger so im Alter steuerfreie Einkommen erzielen, von denen das Finanzamt nichts weiß. In der Staatsbürgersteuer wäre dies dem Fiskus zwar egal, aber der dabei mögliche negative Konsum verdächtig. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, alle Versicherungen gleich zu behandeln. Dazu muss man nur die heute schon erhobene Versicherungssteuer für alle Versicherungen auf 40% (bzw. m) erhöhen, und sie dann vom Versicherungsbeitrag zu erheben. Dafür darf der Staatsbürger unterschiedslos alle Versicherungsbeiträge, die er an diese Versicherungen zahlt, als 4. Ersparnis bei der Bemessung der Staatsbürgersteuer geltend machen. Alle Auszahlungen von Versicherungsleistungen sind dann steuerfrei, müssen aber dem Fiskus mitgeteilt werden. Weil Versicherungsleistungen grundsätzlich steuerpflichtiges Einkommen sind, ist alternativ (z.B. bei einer Lebensversicherung) auch die Ausgabe eines fiktiven - da der Fiskus bereits über die Information verfügt, letztlich überflüssigen - Steuergutscheins möglich, der dem Fiskus bei Einlösung das Einkommen aus der Versicherungsleistung als bereits versteuert erklärt.

Dass bei diesem Modell (nach Methode V) die Beiträge entsprechend erhöht werden müssen ist klar. So müssen etwa die Krankenversicherungsbeiträge um 2/3 erhöht werden, also genau im den Betrag, den die Staatsbürger sparen, indem sie die Beiträge von der Steuer absetzen. Da anschließend diese 40% der Beiträge als Versicherungssteuer direkt zum Fiskus fließen, muss dieser sich etwas einfallen lassen, um diese Abschöpfung zu begründen. Er kann z.B. auf staatlich finanzierte Einrichtungen des Gesundheitswesens verweisen. Er kann dies als Grundfinanzierung eines Minimalstandard der Gesundheitsvorsorge darstellem oder - marktwirtschaftlicher - das Bürgergeld so erhöhen, dass jeder Staatsbürger die dafür erforderlichen Beiträge bezahlen kann.

Bei Auszahlung einer Versicherungsleistung an ein Thpf-Unternehmen führt der Steuergutschein bzw. die Information des Fiskus über diesen Sachverhalt zu einer entsprechenden Minderung der Teilhabersteuer, so dass dem Unternehmen wieder der volle Betrag, Versicherungsleistung + gesparte Teilhabersteuer, zur Wiederanlage zur Verfügung steht. Das Kapital des Unternehmen besteht ja aus steuerfrei gebildeten Einkommen. Schüttet das Unternehmen allerdings an Teilhaber aus, wird die Teilhabersteuer fällig, und falls der Teilhaber die Ausschüttung konsumiert, bezahlt er dann letztlich die Versicherungssteuer.

Bei dieser Lösung ist der Fiskus nicht mehr stiller Teilhaber von Versicherungen Er hat ja vor Eintritt des Versicherungsfalls bereits beim Beitrag die ihm zustehende Staatsbürgersteuer kassiert. Der Fiskus hat dann zwar kein Eigeninteresse, diese Versicherungen zu kontrollieren und zu überwachen, der Staat wird dies aber wie heute im Interesse seiner Bürger trotzdem tun. Wenn die Versicherung geeignete Absicherungsmaßnahmen ergreift, z.B. Teile ihrer Verträge an Rückversicherer weitergibt usw., kann sie auch bei entsprechend erhöhter Sicherheit den Gütestempel Berechtigte Organisation erlangen. Im Interesse der Gleichbehandlung ist es sinnvoll, wenn alle Versicherungen diesen Sicherheitsstandard erfüllen, die Versicherungssteuer bezahlen und ihrer Informationspflicht gegenüber dem Fiskus nachkommen, diesen Gütestempel erhalten.

Hier ist die Versicherungssteuer - ähnlich wie die Lohnsteuer oder die Teilhabersteuer - eine steuertechnisch bedingte Teilsteuer der Staatsbürgersteuer. Heute ist sie eine selbstständige Definitivsteuer. Zwar suggeriert z.B. der Steuersatz von 19% bei Schadens- und Unfallversicherungen, sie hätte Ähnlichkeit mit der MWST. Dagegen sprechen schon die unterschiedlichen Steuersätze je nach Versicherungsart. Beispielsweise wird für private Renten-, Lebens-, Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen keine Versicherungssteuer erhoben. Sie kann daher z.B. von Unternehmen auch nicht als Vorsteuer von der Steuerschuld abgezogen werden. Für die Versicherungssteuer gibt es heute eigentlich keine sachliche Begründung, außer dass sie den Staatshaushalt mit finanzieren soll.

Mit einer Versicherungssteuer von 40% können alle Versicherungen gleich behandelt werden.
Beiträge für diese Versicherungen gelten dann als Ersparnis.

nach oben Vertrauenskrisen

Kapitalnachfrager brauchen Kapital (Geld oder andere Vermögensgegenstände), um eine Investition (oder auch einen Konsum) zu finanzieren. Sie selbst können (oder wollen) dies aus eigenem Kapital nicht finanzieren. Sie suchen Anleger, die bereit sind, ihnen dieses Kapital zu überlassen. Die Gegenleistung besteht in Zusagen des Kapitalnehmers, die erst in der Zukunft erfüllt werden sollen. Voraussetzung für die Kapitalüberlassung ist in erster Linie das Vertrauen des Anlegers, dass der Kapitalnehmer seine Zusagen einhalten kann. Je geringer dieses Vertrauen, desto riskanter ist für ihn die Kapitalanlage.

Manche Risiken spielen wegen gesetzlicher Normen, Rechtsprechung und seriösem Auftreten des Vertragspartners im Normalfall kaum eine Rolle. Verstöße gegen vertragliche Festlegungen werden nicht nur mit Sanktionen belegt, sondern bedeuten außerdem einen Bonitätsverlust und beschränken die Chancen, zukünftig als Vertragspartner weitere Finanzgeschäfte zu tätigen. Da dieser Bonitätsverlust insbesondere für Banken extrem kritisch ist, hatten diese das Image, besonders vertrauenswürdig zu sein. Auch Staaten hatten bisher dieses Image aus dem gleichen Grund, zumal sie (theoretisch) in der Lage sein sollten, ihren Verpflichtungen nachzukommen, weil sie dazu nur die Steuern zu erhöhen bräuchten.

Inzwischen ist dieses Vertrauen zumindest angekratzt und bei einigen Banken und Staaten nicht mehr gegeben. Es hat sich gezeigt, dass es notwendig ist, genauer hin zu sehen und zu differenzieren, wem man sein Geld anvertraut. Das gilt auch für den Staat der Staatsbürgersteuer. Um das Vertrauen wieder herzustellen, reicht es nicht, Rettungsschirme und/oder Fiskalpakte zu installieren. Die Auftrennung des Kapitalmarkts in Markt A und einen vertrauenswürdigeren Markt B ist daher ein wichtiger Schritt, um verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen.

Der Fiskus wird sich (hoffentlich) zurückhalten, riskante Kapitalanlagen als privilegiertes Vermögen zuzulassen, da er als stiller Teilhaber an privilegiertem Vermögen nicht nur das Sach-Risiko trägt. Dieses könnte er sogar leichter übernehmen als ein einzelner Investor. Er muss aber befürchten, dass seine stille Teilhabe am Ende nichts mehr wert ist, wenn der Staatsbürger - möglicherweise mit Hilfe von Beratern der BO - bei riskanten Titeln versuchen könnte, Abschlusssteuern mit manipulativen Tricks zu reduzieren. Auch Bürger müssen verstehen, dass der Staat ihnen sein Vertrauen nicht sofort und unbegrenzt schenkt, sondern nur im Umgang mit privilegiertem Vermögen, das der Staat selbst als vertrauenswürdig einstuft. Wenn dies funktioniert, kann der Fiskus stufenweise weitere Vermögensgegenstände als privilegiert einstufen und so für den Markt B zulassen.

Der Fiskus bekommt so die Rolle einer Rating Agentur. Er verleiht Güterstempel für Vermögensgegenstände (= privilegiert) und Organisationen (= berechtigt), die er für so risikoarm hält, dass er ihnen nachhaltigen Wert und Vertrauen in die korrekte Abwicklung der steuerlich relevanten Vorgänge zutraut, wenn sie bestimmten Regeln bzw. Geschäftsmodellen folgen. Es ist anzunehmen, dass Anleger, die Banken und Staaten nicht mehr vertrauen, lieber privilegierte Vermögen bei berechtigten Organisationen anlegen und dafür durchaus bereit sein könnten, auf höhere Renditen zu verzichten. Der Aufbau eines Kapitalmarkts B erweist sich so als ein (Zwischen-) Schritt, das Vertrauen in das Bankensystem wieder aufzubauen. Dies ist eigentlich überraschend: der Fiskus als Retter des Währungssystems!

Eigentlich ist die Differenzierung in berechtigte und nichtberechtigte Organisationen nur das Ergebnis einer abrechnungstechnischen Vereinfachung der Steuerzahlung, Ob jemand sein Vermögen nach Methode V als privilegiert zunächst unversteuert erwirbt und erst bei dessen Konsum besteuert wird, oder ob er es nach Methode U aus versteuertem Einkommen als Gebrauchsvermögen erwirbt und dann steuerfrei konsumiert, ist - wie gezeigt - am Ende ökonomisch gleichwertig. Dennoch werden viele Methode V wählen, vor allem für Vermögensgegenstände, die der Fiskus privilegiert, zumal sie so ihre Werte in risikoarmen Wertanlagen bei seriösen Institutionen anlegen können,

Bei berechtigten Organisation sind Risiken für Anleger und Kapitalnehmer erheblich geringer.
Markt B wird stufenweise als Markt für privilegiertes Vermögen an Bedeutung gewinnen,
Markt A wird stufenweise zum Spezialmarkt für extrem riskante Finanzierungsformen.

nach oben Zusammenfassung

Der Kapitalmarkt wird bei Einführung der Staatsbürgersteuer massiv und nachhaltig verändert. Unmittelbar wirken die Anreize durch die Teilhabersteuer. Inländische Unternehmen werden für Inländer attraktiver, weil Anteilseigner über Dividende und Steuergutschrift den vollen Gewinn ausgeschüttet bekommen. Sie müssen ihn danach allerdings mit 40% versteuern, aber sie haben ja vorher - bei Kauf des Anteils - 40% Steuer gespart. Aktien werden anderen Finanzierungs- und Beteiligungsformen gleichgestellt, Eigen- wird nicht mehr im Vergleich zu Fremdkapital benachteiligt. Auch ist die Staatsbürgersteuer risikoneutral, d.h. sie bestraft den, der bereit ist, Risiken zu übernehmen, nicht noch zusätzlich. In der Einkommensteuer werden höhere Gewinne mit höheren Steuersätzen besteuert als niedrige Gewinne, während es für Verluste keine Verlustsubvention gibt. Dies begünstigt z.B. Unternehmensgründungen. Informationen über die erzielten Gewinne erhält der Anleger über die Steuergutschrift auch dann, wenn wenig ausgeschüttet wird.

Selbstständige werden überlegen, ob sie ihre Tätigkeit nicht zweckmäßiger im Rahmen eines Unternehmens ausüben wollen. Sie erhalten dadurch einen kleinen Steuervorteil (504 €/Jahr + 2% der Entnahmen). Ob sich das am Ende lohnt, ist zweifelhaft und im Vergleich zur heutigen Situation unbedeutend. Heute kann sich z.B. der Eigentümer einer entsprechend verschachtelten Organisation, etwa einer GmbH & Co. KG., als Geschäftsführer und Fremdkapitalgeber einsetzen und so durch passende Gestaltung seines Einkommens als Gehalt, Zinseinkommen und Gewinn sich hohe Steuervorteile verschaffen.

Die Schaffung des zweiten Kapitalmarkts B der berechtigten Organisationen, BO, für risikoärmere Wertanlagen und seriöse Vermögensverwaltungen kann bessere und sichere Verhältnisse schaffen. Fiskus und Anleger können ihnen mehr vertrauen können, als heute im Kapitalmarkt A. Da die Kriterien für privilegiertes Vermögen und die Geschäftsmodelle für die Aktivseite der Vermögensverwalter nur grob vorliegen und erst noch praxistauglich entwickelt werden müssen, ist unklar, wie erfolgreich Kapitalmarkt B im Vergleich zum Kapitalmarkt A sein wird. Vermutlich wird Kapitalmarkt B bei kontrolliertem Aufbau einen zunehmend größeren Teil des Kapitals verwalten.

Weitere Thesen:

Investitions- und Finanzierungsentscheidungen fallen mit Steuer genau so aus wie ohne Steuern.
Die gesamtgesellschaftliche beste Nutzung des Kapitals wird erreicht.